Die Diskussion um Sicherheit und Datenschutz entzündet schnell. Kleinste Funken genügen und davon gibt es wahrlich genug. Beinahe täglich liest oder hört der verunsicherte deutsche Michel von Datenklau, Betrug und unredlichen Praktiken im WWW. Nichts scheint mehr sicher.

Des zweite heiße Thema in diesem Zusammenhang ist das Schicksal der eigenen persönlichen Daten. Genauer ist es immer wieder die Nutzung dieser zu Werbezwecken – zur Gewinnerzielung.

Druckfrisch und mit einem interessanten Artikel hierzu ging heute der Tagesspiegel an die Kioske.  In „Gefangen im Netz“ verschafft David C. Lerch dem geneigten Leser einen Überblick über die aktuelle Diskussion und ihre Protagonisten. Der Tenor des Artikels ist klar: Augen auf im Netz und Vorsicht walten lassen.

Grundsätzlich ist an dieser Aussage nichts negatives zu finden, allerdings ist die Sichtweise leider ein wenig einseitig. Das Augenmerk seiner Analyse der „Gratiskultur“ liegt eindeutig auf den Nachteilen und Gefahren der Angabe persönlicher Daten – nicht darauf, was dieses neue Zahlungsmittel alles ermöglicht, ohne dafür bezahlen und sich anderweitig einschränken zu müssen.

Der Nachteil individueller Werbung, die mir nur bei Interesse oder passender Lebenslage Windeln oder Lippenstift darbietet, wird sich mir in naher Zukunft wohl auch nicht erschließen.

Vielleicht haben wir es hier aber auch mit einer Generationenfrage zu tun 😉

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Mit Ironie, Witz und spitzer Feder reflektiert ZEIT-Redakteur Adam Soboczynski seine Eindrücke der Netzwelt. Ist der Rückfall in die neue/alte Ordnung noch aufzuhalten?

Höfische Gesellschaft 2.0

Prädikat unbedingt lesenswert.

Brandneu über den Ticker läuft im Moment die Ankündigung des Suchmaschinen-Giganten Googel und seines Verfolgers Bing, Twitterfeeds in Echtzeit zu indizieren und verfügbar zu machen. Bing hat darüber hinaus angekündigt, auch die Statusnachrichten aus dem sozialen Netzwerk Facebook in den Index zu nehmen.

Selbstverständlich werden in allen 3 Fällen nur diejenigen Kurzmeldungen erfasst werden, die per Privatsphäreeinstellungen freigegeben sind.

Die eigentliche Frage, derer sich auch der erste Kommentar zu dem hier zitierten Focus Online Artikel annimmt, dreht sich allerdings mehr um Sinn und Nutzen dieser Innovation.

Auf die Sekunde aktuell am digitalen Geschehen zu sein, ist an sich eine feine Sache. Betrachten die flüchtigen Notizen aber aus inhaltlicher Perspektive, lässt dieser leider zum Großteil in Bezug auf Informationsgehalt und Sinnhaftigkeit einiges vermissen. Was werden die weisen Indexhüter aus dem Datenwust, der Ihnen bald zufließen wird, zaubern können? Stay tuned…

Social Networks und Blogs haben einen triumphalen Siegeszug rund um den Globus angetreten. Immer mehr Menschen nutzen sie, um Kontakte zu pflegen oder ihr Mitteilungsbedürfnis zu stillen.

Doch nicht jedem gefällt diese Entwicklung. Die Big Player im Geschäft mit Stars und Sternchen sagen der freien, spontanen und unkontrollierten (und schlecht monetarisierbaren) Information den Kampf an. Das Kredo lautet Angebotsverknappung – die wertvolle Ware Information muss ja schließlich auch effizient genutzt werden. Monopolbildung höchstwahrscheinlich…

Details zum Maulkorb für besonders wertvolle Menschenarten gibts bei kurier.at

Wir bitten um Ihre Aufmerksamkeit. Das momentan von Ihnen konsumierte Medium (Blog) weist einen hohen Verwandschaftsgrad mit der Gattung der sogenannten „Social Networks“ auf, die Nutzung eines solchen Mediums kann zu ernsthaften Schäden an ihrer Gesundheit führen.

Unter der griffigen Headline „Soziale Netzwerke verändern das Gehirn“ warnt die britische Hirnforscherin Susan Greenfield in einem Interview mit ORF Futurzone vor negativen Folgen kindlicher Netzwerkerei.

Die hohe Frequenz schnell zu verarbeitender Informationen führt laut Greenfield zu einem Anpassungsprozess des kindlichen Gehirns, der in der Folge zu einer Reduzierung der Aufmerksamkeitsspanne führt.

Was allerdings auffällt, ist das Susan Greenfield hier eine Technologie analysiert und bewertet, die sie selbst nach eigener Aussage nicht nutzt und auch nicht zu nutzen gedenkt. Bei Aussagen wie diesen steigt Skepsis in mir auf. Zu oft schon hat man fundierte Abhandlungen über bestimmte hochschädliche Beschäftigungen über sich ergehen lassen, nur um an Ende festzustellen, dass dem Referenten jegliche über Hörensagen hinausgehende Kenntnis des Corpus Delicti fremd ist.

Auch die Aussage, dass dieser Zusammenhang natürlich schwer zu untersuchen sei – wohlgemerkt auf die Frage, wie sie denn zu ihrer Erkenntnis gekommen ist – bestärkt diesen Verdacht leider nur.